Aktuelles

Geburtshilfe endet - Geburtshaus bleibt

25.04.2017

Liebe Familien und FreundInnen des Geburtshauses.

Heute in den frühen Morgenstunden war es soweit!
Die letzte Geburt im Geburtshaus ist erstmal geschehen solange es keinen Wandel des Geburtshilfe Desasters in Deutschland gibt.

Elias ist als letztes Kind in Ruhe und Geborgenheit bei uns im Geburtshaus auf dieser Welt angekommen.

Am 1. Mai 2005 eröffneten wir voller Energie und frohen Mutes unser Geburtshaus in Dülken.
Wir wollten einen Ort schaffen, an dem Frauen in Sicherheit, Ruhe und aus eigener Kraft ihre Kinder gebären können.
Eine weitere Möglichkeit zwischen dem eigenen Zuhause und der Klinik sollte es geben.
Viele Familien kamen so in den Genuss der 1:1 Betreuung während der Geburt, der Selbstbestimmtheit und der größtmöglichen Sicherheit für Mutter und Kind.
(... und nicht zu vergessen, das Sektfrühstück nach glücklicher Ankunft des Babys mit den Hebammen ... den Sekt in der Nacht oder die Pizza mit Sekt mitten am Tag. ;-))

Schon in den letzten 2 Jahren konnten durch die wenigen Hebammen nur sporadisch Geburten im Geburtshaus stattfinden.
Zuvor waren es jährlich rund 40 Kinder, welche bei uns das Licht der Welt erblickten.

Es gibt in der Geburtshilfe unseres Landes verschiedene Probleme, welche sich in den letzten 5-7 Jahren immer weiter verstrickt haben.

Zum einen gibt es das Problem der Haftpflichtversicherung für Hebammen, welches ja vielen mehr als bekannt ist. Ab Juli 2017 soll jede Hebamme mit Geburtshilfe über 7000 Euro Versicherung bezahlen. Mittlerweile gibt es einen Sicherstellungszuschlag, welcher ein wenig davon abfedert... jedoch reicht diese Maßnahme bei Weitem nicht aus.

Desweitern wird im Klinikbeteich die Zentralisierung der Geburtshilfe immer weiter vorangetrieben d.h. die Schließung kleinerer Geburtsabteilungen. Dadurch entsteht ein höheres Geburtenaufkommen in den Kliniken bei schlechtem Personalschlüssel , da Hebammen fehlen. 

Der Hebammenmangel ist das Resultat langjähriger Versäumnisse des Gesundheitsministeriums... es wurde gewarnt und gekämpft , jedoch ist es so gekommen wie es nicht hätte kommen dürfen.

Und dies ist der Grund warum wir in Viersen sowie auch schon viele andere Geburtshäuser und kleinere Kliniken, die Geburtshilfe erstmal nicht fortsetzten können. Uns fehlen ganz konkret Minimum 2 Hebammen ...

Ohne Hebamme keine Geburt. 

Das Geburtshaus & Hebammenpraxis Fidelis wird NICHT schließen. Wir tragen uns mit dem Funken Hoffnung auf einen Wandel der geburtshilflichen Situation und werden uns solange auf das Praxisgeschehen konzentrieren, immer mit einem Blick auf die berufspolitische Lage.

Ab dem 1. Mai 2017 wird die Hebammenpraxis in den Vordergrund rücken. Wir werden unsere Kurse erweitern, andere Angebote schaffen....

12 Jahre !!

Vielen Dank für Euer Vertrauen.
Mit jedem Kind, welches bei uns geboren wurde, lebt ein Stück Geburtshausgeschichte.

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